Kleinhohenried. Die erst 2025 gegründete Jägergemeinschaft Neuburg/Donau u. Umland e. V. hat am vergangenen Samstag im Haus im Moos ihre erste Hegeschau ausgerichtet – und das mit großem Erfolg. Rund 100 Besucherinnen und Besucher, darunter zahlreiche Ehrengäste, folgten der Einladung nach Kleinhohenried.
BJV-Präsident lobt gelungene Premiere
Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Ernst Weidenbusch, gratulierte der jungen Vereinigung zur gelungenen Premiere. Er zeichnete ein insgesamt positives Bild der Jagd in der Gesellschaft, mahnte aber zugleich: Angesichts verzerrter Darstellungen durch Blogger und Influencer müsse die Jägerschaft aktiv für ein sachliches Bild eintreten. Der BJV plane dazu ein Symposium zur Jagd in Weihenstephan. Zudem erwartet die Jägerschaft Impulse von der anstehenden Neufassung des Bayerischen Jagdgesetzes.
Weidenbusch betonte, dass die Jagd in Bayern weiblicher werde: Von rund 75.000 Jagdscheininhabern im Freistaat seien bereits mehr als 10.000 Jägerinnen – Tendenz steigend, insbesondere bei der jüngeren Generation.
Vorsitzender Kneißl ruft zur Zusammenarbeit auf
Vorsitzender Manfred Kneißl zeigte sich begeistert vom großen Zuspruch und rief alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf, um die Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft zu sichern. Ein besonderer Dank ging an die Jagdhornbläser, die den festlichen Rahmen gestalteten.
Wild ist kein Schädling
Georg Dischner, Chef des Forstbetriebs Kaisheim, betonte einen differenzierten Umgang mit dem Rehwild: Im Staatsforst werde nicht exzessiv bejagt, sondern Intervalljagd mit langen Ruhezeiten für das Wild praktiziert. „Das Wild ist kein Schädling, es gehört zu unserer Kulturlandschaft“, so der Förster. Er bot Jägern und Landwirten die offene Zusammenarbeit an.
Jagdberater Anton Göbel forderte mehr Verständnis der Politik für die Jägerschaft und rief seine Kollegen auf, die Freude an der Jagd zu bewahren. Beim Niederwild – insbesondere Hasen und Rebhühnern – sehe er die Jäger in der Pflicht, dem dramatischen Bestandsrückgang entgegenzuwirken.
Zahlen aus dem Jagdjahr
Landrat Peter von der Grün präsentierte die Zwischenbilanz des Jagdjahres für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen:
- 831 Jagdscheininhaber im Landkreis, darunter 94 Jägerinnen
- 136 Reviere im Landkreis registriert
- 869 Stück Schwarzwild erlegt (Vorjahr: 1.016)
- 1.518 Füchse erlegt (Vorjahr: 1.619)
- 438 Graugänse erlegt, dazu 63 Nilgänse (Vorjahr: 36)
Revierübergreifende Drückjagden seien weiterhin notwendig, um die Schwarzwild-Population auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) sei bundesweit auf rund 2.000 Fälle zurückgegangen, bleibe aber hochriskant. Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sei bisher verschont geblieben.
Hegeschau künftig immer in Kleinhohenried
Die Jägergemeinschaft, die mittlerweile 70 Mitglieder zählt, will ihre Hegeschau künftig immer in Kleinhohenried ausrichten. Zur gelungenen Premiere gratulierten neben BJV-Präsident Weidenbusch auch Bürgermeister Thomas Mack (Weichering), Bürgermeisterin Michaela Heckl (Rohrenfels) sowie Landrat Peter von der Grün.
Die Jägergemeinschaft dankt allen Helfern, Besuchern und Ehrengästen für die gelungene erste Hegeschau. Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung!
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